Ein nicht authentifizierter Angreifer aus dem Netz kann die Anmeldung am User Portal und am Webadmin-Interface der Sophos Firewall vollständig umgehen und anschließend beliebigen Code auf der Appliance ausführen. Damit steht das zentrale Sicherheits-Gateway des Unternehmens unter fremder Kontrolle. Sophos hat die Schwachstelle bereits im März 2022 in gezielten Angriffen – vor allem auf Organisationen in Südasien – aktiv ausgenutzt beobachtet.
Advisory als PDF herunterladenIn den betroffenen Versionen lässt sich die Authentifizierung am User Portal und am Webadmin-Interface der Sophos Firewall umgehen. Ein nicht authentifizierter Angreifer aus dem Netz kann dadurch geschützte Funktionen erreichen und über diese schließlich beliebigen Code auf der Appliance ausführen – ohne gültige Zugangsdaten und ohne Zutun eines Nutzers.
| Sophos-Firewall-Version (SFOS) | Verwundbar | Fixversion |
|---|---|---|
| SFOS 18.5 | ≤ 18.5 MR3 (18.5.3) | 18.5 MR4 (18.5.4) |
| SFOS 19.0 | EAP / Vorabversionen | 19.0 GA |
| SFOS 17.0 · 17.5 · 18.0 | unterstützte Zweige | Sophos-Hotfix |
Betroffen sind alle Sophos-Firewall-Versionen bis einschließlich v18.5 MR3 (18.5.3). Für alle unterstützten Zweige (17.0, 17.5, 18.0, 18.5, 19.0 EAP) hat Sophos ab dem 23. März 2022 Hotfixes ausgeliefert; den dauerhaften Fix enthalten v18.5 MR4 (18.5.4) und v19.0 GA. Bei aktivierter Option „Allow automatic installation of hotfixes" (Standard) wurde der Hotfix automatisch eingespielt – dies ist jedoch zu verifizieren.
Regulatorischer Hinweis: Die Übernahme eines Perimeter-Gateways ist regelmäßig als Sicherheitsvorfall zu bewerten. Ein bestätigter Abfluss personenbezogener Daten kann eine meldepflichtige Verletzung darstellen – DSGVO unverzüglich (i. d. R. 72 h), NIS-2 nach den für Sie geltenden Fristen. Die Meldung bleibt bei Ihnen; wir unterstützen bei Bewertung und Dokumentation.
In dieser Reihenfolge – WAN-Zugriff abschalten, Hotfix/Update verifizieren, Kompromittierung ausschließen, Zugangsdaten rotieren.
v18.5 MR3 (18.5.3) im Einsatz ist und ob User Portal oder Webadmin über das WAN erreichbar sind.v18.5 MR4 (18.5.4) oder v19.0 GA.Zur Einordnung: Sophos nennt keinen einzelnen eindeutigen Datei-IoC. Da die Ausnutzung über reguläre Web-Anfragen an die exponierten Oberflächen läuft, ist der zuverlässigste Indikator die Auswertung Ihrer Zugriffs- und Firewall-Logs sowie ein Konfigurations-Review. Fehlende WAN-Logs erschweren die nachträgliche Erkennung.
Wichtig: Der Kern des Risikos liegt in der Exposition der Verwaltungs- und Portal-Oberflächen zum Internet: Ist die Firewall einmal übernommen, kann der Angreifer trotz späterem Patch über hinterlegte Konten und Zugänge zurückkehren. Deshalb ist – neben Hotfix und Update – die WAN-Sperre der Oberflächen und die Rotation der Zugangsdaten entscheidend.
Sophos Security Advisory SA-20220325 (Resolved RCE in Sophos Firewall, CVE-2022-1040) · Sophos KB KBA-000008204 (Hotfix-Verifikation) · NVD (CVSS 3.1: 9,8 KRITISCH, Vektor AV:N/AC:L/PR:N/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:H; keine CVSS-4.0-Bewertung) · CISA Known Exploited Vulnerabilities Catalog (aufgenommen 31.03.2022, Frist 21.04.2022). Angaben nach bestem Wissen zum Stand 14.07.2026; Fixversion gegen das Hersteller-Advisory abgleichen. Argos Security ist ISO/IEC 27001 (TÜV SÜD) zertifiziert.
Für genau diese Schwachstelle ausgewählt – nicht für jede.
SOFORTMASSNAHME
Zu dieser Schwachstelle sind Kompromittierungs-Indikatoren bekannt. Vor dem Patch gehört geprüft, ob sie bei Ihnen bereits gegriffen hat. Über den Notfallkontakt erreichen Sie uns rund um die Uhr; für Kunden mit IR-Vertrag mit Rückruf innerhalb von 30 Minuten.
LAUFENDE LEISTUNG
Worauf wir im Cyber Defense Center bei dieser Schwachstelle achten: Anomale Anfragen an User Portal / Webadmin sowie Konfigurations- und Kontenänderungen an der Firewall. Das setzt voraus, dass die dafür nötigen Logquellen angebunden sind. Auffälligkeiten eskalieren wir rund um die Uhr.
LAUFENDE LEISTUNG
Regelwerk, Firmwarestand und Ausnahmen bleiben im Blick, damit Sicherheitsupdates nicht im Change-Prozess liegen bleiben.
Unsere Leistungen ergänzen bestehende Hersteller- und Supportverträge, sie ersetzen sie nicht. Sie arbeiten bereits mit einem MDR-Anbieter? Dann holen Sie zu dieser Schwachstelle eine Zweitmeinung ein.