SECURITY ADVISORY

Improper Access Control in SonicWall SonicOS

Ein nicht authentifizierter Angreifer aus dem Internet kann über eine fehlerhafte Zugriffskontrolle in der SonicOS-Verwaltung auf geschützte Ressourcen zugreifen und die Firewall unter bestimmten Bedingungen zum Absturz bringen. Betroffen sind die Management-Schnittstelle und der SSLVPN-Dienst der Gerätegenerationen 5, 6 und 7. Die Lücke wird seit Ende 2024 aktiv durch Ransomware-Gruppen – insbesondere Akira und Fog – über SSLVPN-Zugänge ausgenutzt.

CVE-ID

CVE-2024-40766

CVSS

9,8

Schweregrad

Kritisch

Hersteller

SonicWall

Produkt

SonicWall SonicOS (Management & SSLVPN)

Veröffentlicht

14.07.2026

CISA-KEV

Gelistet

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Analyse

Warum die Lücke wirkt

SonicOS setzt in den betroffenen Versionen die Zugriffskontrolle in der Management-Ebene fehlerhaft durch. Ein nicht authentifizierter Angreifer kann dadurch auf eigentlich geschützte Ressourcen zugreifen; in bestimmten Konfigurationen führt der Zugriff zusätzlich zu einem Absturz der Firewall. Ransomware-Akteure nutzen die Schwäche vor allem, um sich über den SSLVPN-Dienst mit lokalen Benutzerkonten Zugang zum internen Netz zu verschaffen.

Angriffskette

  1. Gerät exponiert – SonicOS-Management bzw. SSLVPN-Portal ist aus dem Internet erreichbar
  2. Zugriffskontrolle umgehen – fehlerhafte Access-Control-Prüfung erlaubt Zugriff ohne gültige Authentifizierung
  3. SSLVPN-Konto übernehmen – lokale Benutzerkonten (oft mit schwachen/geerbten Passwörtern) werden für den VPN-Zugang missbraucht
  4. Netz-Zugang – Angreifer bewegt sich ins interne Netz; Akira/Fog leiten Ransomware-Angriff ein

Betroffene Versionen und Fixes

SonicOS-GenerationVerwundbarFixversion
Gen 5 (SOHO)≤ 5.9.2.14-12o5.9.2.14-13o
Gen 6 (SM9800 · NSsp 12400/12800)≤ 6.5.4.14-109n6.5.2.8-2n
Gen 6 (übrige Appliances)≤ 6.5.4.14-109n6.5.4.15-116n
Gen 7≤ 7.0.1-50357.0.1-5036 / 7.3.0

Die betroffenen Versionen (Gen 5 ≤ 5.9.2.14-12o, Gen 6 ≤ 6.5.4.14-109n, Gen 7 ≤ 7.0.1-5035) sind durch NVD bestätigt. Die genannten Fix-Builds stammen aus SonicWall-Advisory-Angaben, konnten hier aber nicht direkt aus dem PSIRT-Portal verifiziert werden – exakte Zielversion je Modell und Build zwingend gegen SNWLID-2024-0015 für das eigene Gerät abgleichen. Für Gen 7 empfiehlt SonicWall in späteren Hinweisen SonicOS 7.3.0.

Regulatorischer Hinweis: Ein bestätigter unbefugter Zugriff oder eine Ransomware-Kompromittierung kann eine meldepflichtige Verletzung darstellen – DSGVO unverzüglich (i. d. R. 72 h), NIS-2 nach den für Sie geltenden Fristen. Die Meldung bleibt bei Ihnen; wir unterstützen bei Bewertung und Dokumentation.

Chronologie

  • 22.08.2024 – SonicWall veröffentlicht Advisory SNWLID-2024-0015
  • 09.09.2024 – Aufnahme in CISA KEV · als Ransomware-genutzt markiert
  • Ab Sep 2024 – Akira/Fog nutzen SSLVPN-Zugänge aktiv aus (Arctic Wolf)
  • Jul–Aug 2025 – Erneute Angriffswelle gegen Gen-7-Firewalls

Maßnahmenplan

In dieser Reihenfolge – Perimeter absichern vor Patch, Patch vor Entwarnung.

  • Sofort: SSLVPN/Management absichern
  • Kurzfristig: Firmware patchen
  • Parallel: Passwörter zurücksetzen · Threat Hunting
  1. Betroffenheit feststellen
    SonicOS-Generation und Build ermitteln und gegen die betroffenen Versionen prüfen (Gen 5 ≤ 5.9.2.14-12o, Gen 6 ≤ 6.5.4.14-109n, Gen 7 ≤ 7.0.1-5035). Prüfen, ob Management-Interface oder SSLVPN aus dem Internet erreichbar sind.
  2. Sofort absichern (vor dem Patch)
    Management-Zugriff und SSLVPN aus dem Internet einschränken – Zugang auf vertrauenswürdige Quell-IPs begrenzen bzw. SSLVPN deaktivieren, wo nicht zwingend benötigt. Multi-Faktor-Authentisierung für alle VPN-Konten erzwingen.
  3. Patchen
    Auf die Fixversion der eigenen Generation aktualisieren (5.9.2.14-13o · 6.5.4.15-116n bzw. 6.5.2.8-2n · 7.0.1-5036 / 7.3.0). Exakte Zielversion je Modell gegen das Hersteller-Advisory SNWLID-2024-0015 abgleichen.
  4. Lokale Passwörter zurücksetzen
    SonicWall weist ausdrücklich darauf hin: Passwörter aller lokalen Benutzerkonten mit SSLVPN-Berechtigung zurücksetzen – besonders von Gen 6 nach Gen 7 migrierte Konten. Der Patch allein schließt geerbte/geleakte Zugangsdaten nicht.
  5. Kompromittierung ausschließen
    SSLVPN- und Admin-Anmeldungen auf ungewöhnliche Quell-IPs, unbekannte Konten und untypische Zeiten durchsuchen. Ein Patch schließt die Lücke – nicht einen bereits erfolgten Zugriff. Bei Verdacht Incident Response auslösen.

Kompromittierungs-Indikatoren

  • Angriffsvektor: SSLVPN-Anmeldungen
    SonicOS-Management-Zugriff
  • Auffällige Marker: SSLVPN-Logins lokaler Konten aus
    untypischen Quell-IPs · gehäufte
    Fehlversuche · von Gen 6 migrierte Konten
  • Ransomware-Bezug: Akira · Fog
    nachgelagerte Verschlüsselung im Netz

Zur Einordnung: Für diese Schwachstelle sind keine stabilen technischen IoCs (feste IPs/Hashes) veröffentlicht – die Ausnutzung erfolgt über legitime SSLVPN-Anmeldungen mit gültigen Konten. Entscheidend ist die Auswertung der VPN-/Auth-Logs auf anomale Anmeldemuster; die genannten Marker sind eine Momentaufnahme der beobachteten Kampagnen.

Wichtig: Erfolgreiche Zugriffe erscheinen als reguläre SSLVPN-Anmeldungen gültiger lokaler Konten – ohne Alarm. Wer nur patcht, aber lokale Passwörter nicht zurücksetzt und den Perimeter nicht einschränkt, hat neuere Firmware bei unveränderter Angriffsfläche.

Empfehlung für die Geschäftsleitung

  • Perimeter heute einschränken (SSLVPN/Management), Patch kurzfristig einspielen.
  • Alle lokalen SSLVPN-Passwörter zurücksetzen und MFA erzwingen.
  • Prüfen lassen, ob bereits ein Zugriff erfolgt ist – dokumentiert für eine etwaige Meldung.

Primärquellen

NVD CVE-2024-40766 · SonicWall PSIRT Advisory SNWLID-2024-0015 · CISA Known Exploited Vulnerabilities Catalog (Ransomware-genutzt) · Arctic Wolf / Berichte zu Akira- und Fog-Ransomware. Angaben nach bestem Wissen zum Stand 14.07.2026; Fixversionen und Build-Ranges je Modell gegen das Hersteller-Advisory abgleichen. Argos Security ist ISO/IEC 27001 (TÜV SÜD) zertifiziert.

So unterstützt Sie Argos Security

Für genau diese Schwachstelle ausgewählt – nicht für jede.

  • SOFORTMASSNAHME

    Kompromittierung prüfen →

    Zu dieser Schwachstelle sind Kompromittierungs-Indikatoren bekannt. Vor dem Patch gehört geprüft, ob sie bei Ihnen bereits gegriffen hat. Über den Notfallkontakt erreichen Sie uns rund um die Uhr; für Kunden mit IR-Vertrag mit Rückruf innerhalb von 30 Minuten.

  • LAUFENDE LEISTUNG

    Cyber Defense Center →

    Worauf wir im Cyber Defense Center bei dieser Schwachstelle achten: Anomale SSLVPN-Anmeldungen lokaler Konten und Management-Zugriffe aus fremden Quellen. Das setzt voraus, dass die dafür nötigen Logquellen angebunden sind. Auffälligkeiten eskalieren wir rund um die Uhr.

  • STRUKTURELL

    ZTNA – Zero Trust Network Access →

    Solange der Dienst aus dem Internet erreichbar ist, bleibt er Ziel. Mittelfristig kann ein ZTNA-Ansatz diese Exposition verringern. Kurzfristig zählt der Patch.

Unsere Leistungen ergänzen bestehende Hersteller- und Supportverträge, sie ersetzen sie nicht. Sie arbeiten bereits mit einem MDR-Anbieter? Dann holen Sie zu dieser Schwachstelle eine Zweitmeinung ein.