Eine OS-Command-Injection in Ivanti Standalone Sentry erlaubt einem entfernten, nicht authentifizierten Angreifer Remote Code Execution mit Root-Rechten. Der verwundbare Endpunkt akzeptiert ein Konfigurations-Kommando ohne Anmeldung direkt aus dem Netz. Die Lücke ist mit CVSS 10,0 maximal bewertet, wird seit dem 11. Juni 2026 aktiv ausgenutzt und steht im CISA-KEV-Katalog.
Advisory als PDF herunterladenUrsache ist eine unzureichende Filterung von Sonderzeichen bei einem OS-Kommando (CWE-78). Der Endpunkt /mics/api/v2/sentry/mics-config/handleMessage ist für interne Konfigurationskommandos gedacht, verarbeitet den message-Parameter aber ungeprüft und ohne Authentifizierung. So lässt sich beliebiger Betriebssystembefehl mit Root-Rechten einschleusen.
message-Parameters mit OS-Kommando.| Fix-Version | Verwundbar | Fixversion |
|---|---|---|
| Sentry 10.5.x | < 10.5.2 | 10.5.2 |
| Sentry 10.6.x | < 10.6.2 | 10.6.2 |
| Sentry 10.7.x | 10.7.0 | 10.7.1 |
Verwundbar sind Versionen bis einschließlich 10.5.1, 10.6.1 und 10.7.0. Die Fixes 10.5.2, 10.6.2 und 10.7.1 sind laut Ivanti-Advisory und NVD-Beschreibung die abschließend behebenden Versionen; ein wirksamer Workaround wird nicht genannt.
Regulatorischer Hinweis: NIS-2: kritische, aktiv ausgenutzte Schwachstelle im Zugangs-Gateway – bei erfolgreicher Kompromittierung greifen Melde- und Reaktionspflichten (24/72 Stunden). DSGVO Art. 33/34: Bei Datenabfluss über das Gateway ist eine Meldung an Aufsichtsbehörde und ggf. Betroffene zu prüfen.
Vom Betroffenheits-Check bis zum Kompromittierungs-Ausschluss
# Zielversion je Zweig: 10.5.2 / 10.6.2 / 10.7.1Wichtig: Reines Patchen genügt nicht: Da die Lücke seit dem 11. Juni 2026 aktiv ausgenutzt wird und ein öffentlicher PoC existiert, muss jede zuvor exponierte Instanz als potenziell kompromittiert behandelt und forensisch geprüft werden.
NVD (CVE-2026-10520), Ivanti Security Advisory (hub.ivanti.com), CISA KEV, Rapid7, eSentire, Help Net Security, watchTowr Labs
Für genau diese Schwachstelle ausgewählt – nicht für jede.
LAUFENDE LEISTUNG
Worauf wir im Cyber Defense Center bei dieser Schwachstelle achten: Auffällig im SOC/CDC: POST-Zugriffe auf /mics/api/v2/sentry/mics-config/handleMessage, unerwartete Root-Prozesse oder Shell-Aufrufe des Sentry-Dienstkontos, sowie neue ausgehende Verbindungen vom Gateway. Das setzt voraus, dass die dafür nötigen Logquellen angebunden sind. Auffälligkeiten eskalieren wir rund um die Uhr.
LAUFENDE LEISTUNG
Ein Fix steht bereit. Entscheidend ist, ob Sie alle betroffenen Systeme kennen und den Patchstand belegen können – auch gegenüber einer Aufsicht.
LAUFENDE LEISTUNG
Wenn eine Ausnutzung erst nach dem Einstieg sichtbar wird, entscheidet die Korrelation über Endpunkt, Netzwerk und Identität.
Unsere Leistungen ergänzen bestehende Hersteller- und Supportverträge, sie ersetzen sie nicht. Sie arbeiten bereits mit einem MDR-Anbieter? Dann holen Sie zu dieser Schwachstelle eine Zweitmeinung ein.