Dire Wolf ist eine seit Mai 2025 dokumentierte, menschengesteuerte Ransomware-Gruppe. Sie arbeitet nicht als offenes Partnerprogramm, sondern als kleines, geschlossenes Kernteam, das jeden Angriff individuell auf das Opfer zuschneidet. Verschlüsselt wird mit einem eigenen, in der Programmiersprache Go geschriebenen Verschlüsseler; parallel werden Daten gestohlen und auf einer Tor-Leak-Site veröffentlicht (Double Extortion).
Bis August 2026 sind über 90 Opfer in mehr als 30 Ländern gelistet, Schwerpunkte in Professional Services, Fertigung, Gesundheitswesen und Technologie. Der regionale Fokus liegt auf Nordamerika und Südostasien – im August 2026 erschien mit der Statista GmbH aber erstmals ein bekanntes deutsches Unternehmen auf der Leak-Site.
Aktiv
Geschlossene Gruppe mit kleinem Kernteam; kein offenes Affiliate-/RaaS-Programm
Direwolf, DireWolf
Erstmals im Mai 2025 dokumentiert (erste Opferlistung am 27. Mai 2025)
Keine belegte Abstammung von einer Vorgängergruppe – eigene Infrastruktur, eigener Code, eigene Zahlungswege
Öffentlich keiner Nation zugeordnet – es gibt bisher keine belastbare Länderzuschreibung
Professional Services, Fertigung, Gesundheitswesen, Technologie, Finanzdienstleistungen
über 30 Länder; Schwerpunkte USA, Südostasien (Malaysia, Thailand, Singapur, Taiwan), Brasilien, Großbritannien; seit August 2026 auch Deutschland
bis rund 500.000 US-Dollar
über 90 gelistete Opfer seit Mai 2025, davon 17 im August 2026 (Stand: 17. August 2026)
.direwolf
HowToRecoveryFiles.txt
Verschlüsseler: Eigenentwicklung in Go, ausgeliefert als UPX-gepacktes Windows-Binary. Die Gruppe verwendet keinen gekauften Baukasten – ein Hinweis auf ein technisch eigenständiges Team.
Verfahren: Curve25519 für den Schlüsselaustausch, ChaCha20 für die Dateiverschlüsselung, mit einem eigenen Sitzungsschlüssel je Datei. Dateien unter 1 MB werden vollständig verschlüsselt, größere nur im ersten Megabyte – das macht die Verschlüsselung sehr schnell und fällt in der Ordnerüberwachung spät auf. Eine Wiederherstellung ohne Schlüssel ist nach heutigem Stand nicht möglich.
Begleitwerkzeuge: Mimikatz; in Analysen wurden zudem Verbindungen zu AgentTesla und Dridex im Vorfeld beobachtet.
Endung und Note: verschlüsselte Dateien tragen .direwolf, die Lösegeldforderung liegt als HowToRecoveryFiles.txt im Verzeichnis.
Das Argos Cyber Defense Center überwacht rund um die Uhr genau die Schritte, die Dire Wolf vor der Verschlüsselung geht: das Abschalten von Ereignisprotokollen, das Löschen von Schattenkopien, verdächtige PsExec- und Mimikatz-Aktivität. Genau dort liegt das Zeitfenster, in dem ein Angriff noch gestoppt werden kann.
Ergänzend härten wir Fernzugänge und VPN-Infrastruktur, prüfen die Wiederherstellbarkeit Ihrer Backups und übernehmen im Ernstfall die vollständige Incident Response – von der Forensik über die Wiederherstellung bis zu den Behördenmeldungen.