PayoutsKing ist eine 2025 aufgetauchte Ransomware-Gruppe, die nach Analyse von Zscaler ThreatLabz von ehemaligen Black-Basta-Partnern betrieben wird – jener Operation, die sich Anfang 2025 nach dem Leak interner Chatprotokolle auflöste. Das erklärt die Handschrift: Erst werden Postfächer mit Spam überflutet, dann meldet sich der vermeintliche IT-Support über Microsoft Teams und bringt die Betroffenen dazu, per Windows-Schnellhilfe (Quick Assist) Fernzugriff zu gewähren.
Der Verschlüsseler ist technisch solide gebaut und auf Tarnung ausgelegt: Er versteckt seine Zeichenketten, löst Systemfunktionen über Hashwerte auf, ruft Windows-Funktionen direkt auf, um Überwachung zu umgehen, und führt eine Liste von 131 Sicherheitsprozessen, die er zu beenden versucht. Deutschland gehört fest zum Zielspektrum: Rund 15 der bislang gut 100 gelisteten Opfer stammen aus der DACH-Region.
Aktiv
Menschlich gesteuerte Double-Extortion-Ransomware mit großem Datendiebstahl und selektiver Verschlüsselung; eigene Tor-Leak-Site.
Payouts King, Payoutsking
April 2025
Ehemalige Partner der Black-Basta-Operation, die sich im Februar 2025 nach dem Leak interner Chatprotokolle auflöste (Analyse Zscaler ThreatLabz).
Nicht eindeutig zugeordnet; Umfeld der ehemaligen, russischsprachigen Black-Basta-Operation
Fertigung und Maschinenbau, Elektrotechnik, Bau, Handel, Versorger, Lebensmittelindustrie sowie professionelle Dienstleistungen.
USA, Vereinigtes Königreich, <strong>Deutschland</strong> und Irland als Schwerpunkte; insgesamt rund elf betroffene Länder.
Nicht öffentlich beziffert; Verhandlung individuell über ein Tor-Portal.
106 gelistete Opfer in elf Ländern (Stand: 3. August 2026), davon rund 15 in Deutschland
.ZWIAAW
readme_locker.txt (wird auf dem Desktop abgelegt)
Der Verschlüsseler kombiniert RSA mit 4.096 Bit für den Schlüsselschutz und AES mit 256 Bit im Zählermodus (CTR) für die Dateien; pro Datei wird ein eigener Zufallsschlüssel erzeugt. Verschlüsselte Dateien erhalten die Endung .ZWIAAW; die Erpressernotiz readme_locker.txt landet auf dem Desktop – allerdings nur, wenn der Angreifer den entsprechenden Startparameter setzt, was die Analyse erschwert.
Auffällig ist der Aufwand zur Tarnung: Zeichenketten werden erst zur Laufzeit auf dem Stack zusammengesetzt, Systemfunktionen über Hashwerte aufgelöst und Windows-Funktionen direkt aufgerufen, um die Überwachungshaken von Sicherheitsprodukten zu umgehen. Kann eine Datei nicht geöffnet werden, gleicht die Schadsoftware die blockierenden Prozesse mit einer Liste von 131 Sicherheitsprodukten ab und versucht, sie zu beenden. Der Zugang selbst kommt ohne Schadsoftware aus: Er wird über die legitime Windows-Schnellhilfe hergestellt.
Gegen diese Angriffskette hilft eine Kombination aus Vorbereitung und Beobachtung. Argos Security trainiert das Szenario – Spam-Welle, Teams-Nachricht vom vermeintlichen Support, Bitte um Fernzugriff – in Awareness-Maßnahmen und Notfallübungen und etabliert einen belastbaren Meldeweg. Das Cyber Defense Center überwacht Ihre Umgebung rund um die Uhr (24/7) und erkennt die technischen Spuren: gestartete Schnellhilfe-Sitzungen, externe Teams-Kontakte, beendete Sicherheitsprozesse, gelöschte Protokolle und ungewöhnliche Datenausleitungen. Kommt es zum Ernstfall, dämmt unser Incident-Response-Team den Angriff kurzfristig per Fernzugriff ein, sichert Beweise und koordiniert Wiederherstellung sowie Meldepflichten.